Wenn das das Paradies ist, so will ich lieber in die Hölle

“Nutze den Tag, solange Du den hast…”, “Am Ende bleibt Dir nichts…” oder “Was hast Du von all dem, wenn Du auf dem Sterbebett liegst…” All das sind Zitate, die wir alle schon so oft gehört haben und bislang irgendwie doch nicht realisieren wollten.

Die Ereignisse der jüngeren Medienwelt versuchen mit diesen Worten unser Bewusstsein doch noch aufzuwecken, zu vergegenwärtigen doch scheitern immer wieder kläglich daran. Wir sind ein Massenphänomen, ein hypegeladenes Rudeltier, ein “wollen Unbedingt-auffallen-ohne-Aufzufallen” Wesen. Wir streben nach so vielen Dingen ohne zu wissen wonach wir streben sollten. Gemeinsam ist alles einfacher und doch wollen wir es alleine schaffen.

Am Donnerstag ist mir das wieder sehr bewusst geworden, als ich mit einer guten Freundin im Bremer Primark unterwegs war…

Ich betrat den mit einer besonderen Aura umfangenen Laden und schaute mich erstmal um: Ich sah überall Frauen, und überall Klamotten für Frauen. Im Grunde war dies das Paradies für meine (nach Frauen umschauenden) Augen und erst Recht für die (nicht von aussterben bedrohte) unter Kaufrausch leidende Gattung Frau. Doch eine Sache stimmte in dem Gesamtbild einfach nicht mit der Fantasie über ein…

Da hat die Frau ihr Paradies finden können, steht in Mitten von neutralen und kooperativen Gleichgesinnten in einem Haufen von Klamotten und was macht sie…? Sie schaut genervt und entkräftet durch die Regale und Flure. Die Auswahl zu Groß, die schicken Schuhe zu unbequem für die langen Verkaufsflächen und die Öffnungszeit zu kurz um eine gute Auswahl treffen zu können. Wie soll das jetzt so leidende Geschlecht das nur alles schaffen. Ihre Blicke waren genervt, gestresst und ich dachte mir… wenn das das Paradies sein soll, so will ich lieber in die Hölle.

Hier lächeln die Frauen wenigstens, hier zeigen sie Haut… ähm streicht das, in Primark hab ich auch fast alles bei den Frauen sehen dürfen bzw. müssen, aber in der Hölle scheinen die Weibchen dabei das Bewusst zu machen und dabei Spaß zu haben. Das Leben wird noch genossen. Ich bemerkte schnell, dass sich einige Mädels Richtung Teufelinnen bewegen wollten aber wenn Du mit einer Frau in solch einem Laden gehst… ist es Schwer deren Trieb ausleben zu lassen. Gehst Du aber alleine in solch einen Laden wirst Du wohl eher als Schwul abgestempelt. Egal wie… es wäre falsch gewesen. Also die quasi die Zwischenstufe zwischen Himmel und Hölle – für den Mann also die Hölle auf Erden.

Dank meiner verbalen Inkontinenz habe ich unglaublich viel Spaß haben könnten, auf Kosten der anderen Besucher dieses “Etablissement” – aber denen war eh nicht zum Lachen zumute.

Ich könnte ein ganzes Programm über diesen Laden und meinen Erlebnissen schreiben, aber bin jetzt schon zu Müde und ggf. selbst gelangweilt von dem Tag *Grins*

in diesem Sinne…

Chris