Appetithäppchen “ZEIT”

Nach all den kreativen Jahren darf man eines einfach nicht vergessen, dass ich die Musik in erster Linie für mich selbst mache. Natürlich bin ich über jeden Hörer und jedes Feedback mehr als erfreut, und das so sehr, dass ich mir fast jedes Mal bei den Freudensprüngen den Kopf an der Decke stoßen könnte.

Wir stehen kurz vor dem Release meines vierten Langspielers “Zeitlos” und in all den Jahren habe ich bislang immer sehr fokusiert gearbeitet. Leider (oder zum Glück) habe ich nicht alles veröffentlicht bzw. gab es nicht immer eine passende Gelegenheit hierfür. Für das erste der “Zeitlos” Appetithäppchen habe ich deswegen einen ganz besonderen Song ausgesucht. Hierzu gibt es, wie zu jedem anderen Song eigentlich auch – wer hätte das gedacht – eine kleine Geschichte:

Als ich im September 2008 mein zweites Album “6. Minute” veröffentlicht hatte, brauchte ich dringend eine kreative Pause. Weihnachten 2008 überkam mich der kreative Drang so sehr, dass ich mich hingesetzt hatte und diesen Part recht fix schrieb und aufnahm. Keine 15 Minuten später sind vom leeren Blatt bis zum fertigen Song vergangen und ich fühlte mich der Musik wieder dermaßen verbunden, dass ich mit den Planungen von “meine kleine Ehrenrunde” und “meine letzte Stunde” begann.

Es wurden zwei Alben mit unterschiedlichen Konzepten geplant. Die Ehrenrunde sollte das Beat- und Text-Niveau von der “6.Minute” halten und bei jedem Track mindestens ein Feature mitbringen während “meine letzte Stunde” komplett von Duktus T produziert wird und alles eine ganze Etage besser werden sollte. Leider ist das Feature Konzept auf dem Weg der Fertigstellung durch sehr viele nicht angekommenden Featurebeiträgen verhungert, weshalb der Track “Deine Hände stinken” entstanden ist, doch ist der eine oder andere Beitrag von mir noch irgendwo auf meiner Festplatte liegen geblieben.

Da nun die 15 Titel von “Zeitlos” mehr oder weniger schon beim Mixing und Mastering Prozess liegen will ich euch die Zeit bis dahin mit dem einen oder anderen Beitrag aus meiner Feature-Ehrenrunde-Ära verkürzen.

“Zeit” ist ein ganz besonderer Song. Der war schon irgendwie mitsamt der zwei Feature Beiträge fertig (falls Ihr das lesen solltet an dieser Stelle einen schönen Gruß) aber ohne das Album ist es nie erschienen. Der Part hätte problemlos noch an einer anderen Stelle gepasst, aber ich wollte den Part nicht raushauen. Der Song gefällt mir so dermaßen, ich könnte problemlos behaupten, es sei mein bester Rap-Part bislang gewesen. Und als Beweis, ich mache die Musik für mich und nicht für Andere, habe ich diesen Song nie wirklich veröffentlicht. 4 Jahre später hat der Song noch immer nichts an seiner Wirkung bei mir einbüßen können, doch ist “Zeitlos” ein dermaßen ambitioniertes 2 Jahres-Projekt geworden, dass der Mini-Song es nun Wert ist gezeigt zu werden.

Ich hoffe, euch gefällt der Song genauso gut wie mir

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Effendi Eins – “Egos” Review

Noch kurz vor dem eigentlichen Release durfte ich die erste Platte vom berliner Urgestein Effendi Eins genauestens durch meine Lauscher gehen lassen und mir ein Bild von dem machen, was laut Ihm selbst 10 Jahre Vorbereitung benötigt hatte. Bald wird das Werk auch für alle zugänglich sein und glaubt mir, ihr könnt etwas Gutes abseits von dem ganzen kommerziellen Einheitsbrei verpassen. Es ist noch lange nicht Perfekt, aber schon mehr als brauchbarer Genuss für jeden MP3 Player. Genug geschwafelt und nun los zur Track by Track Analyse:

(Klick auf das Cover um zum Download zu gelangen)

 

2 egos

Beat bockt richtig schön an. Die Idee hinter den zwei Egos ist grandios – nichts neues, aber doch sehr gelungen umgesetzt. Die Hook kommt sehr gut rüber und bringt das Thema sehr wunderbar auf den Punkt- im übrigen eines seiner Stärken. Auch die unterschiedlichen Stimmlagen sind sehr prägend für das jeweilige Ego genutzt worden. Auch witzig ist das Outro mit PifD in der Hook. Grandios, grandios…. Hat mit ein wenig mehr Feintunning echt sehr Groß und Komplett werden können.

2m boyfriend

Die sehr eingängige Hook gepaart mit dem passenden Feier-Rockig-klingenden Beat macht sehr viel her. Ein besseres Mixing/Mastering (Beat muss mehr wumms haben – evtl. mit Livedrums) hätte dem Song noch mal einen extra Push gebracht. PifD hat einen sehr auffallenden und sehr geilen Part geworfen (“da komm ich leider nicht an seinen Kinn” hahaha). Er hat den Effendi bei dem Track definitiv ausgestochen. Die Parts sind insgesamt auch sehr geil geworden und jeder von uns kennt diese Situation des bösen Boyfriends deines Augenfanges ;-) Vom Stil und Style hätte da auch ein berühmtes Rockfeature reingepasst, Ärzte maybe…???

Fensterplatz

Mal einen nachdenklicheren Song, der von dem Beat und der Stimmlage sich schon quasi selbst tragen kann. Bringt sehr viel Atmosphäre mit sich. “Fensterplatz” ist ein etwas merkwürdiger Titel, besonders, wenn man die Person in seinem Auto mitnehmen will – da gibt es doch fast nur “Fensterplätze”. “Auch wenn Du immer das selbe machst, erlebst Du nie das gleiche” ist eine sehr geile Zeile und stellt den Track gut in Szene und regt zum Nachdenken an.

Life is Good

Der Beat bringt richtig gute Stimmung. Leider sind die einleitenden Zeilen ein wenig schwierig geflowed und bringen durch den schwierig zu hörenden Reim einen leicht hakeligen Einstieg. “Hallo Tag, wie geht’s Dir ich weiß ich hab lang nicht mehr gefragt” ist auch eine Hammer Zeile. Dicke Props über das positive Sein des Lebens.

Schlag das Fass an

Paarty und PifD wieder am Board. Respekt, also was man aus dem einigermaßen schwierigen Beat rausgeholt hat. Beat ist schon hart, aber passt perfekt zur Stimmung saaaaaauuufen yühaaa. “Das ist wie Gozillafilme, hier siehst Du noch Menschenechsen / Menschen ex’n” ist die prägendste Zeile schlechthin. Nicht ganz richtig, aber das fällt einem nur nach genauerer Betrachtung wirklich auf.

Luxus

Uptempo Beat und schnelle Flows machen den Beat ein wenig Partytauglich, aber auch schwer zu folgen. Es sind sehr deepe Ansagen und leider wird der geneigte Hörer nur unter extremen Anstrengungen den Texten von PifD und Effendi folgen können. Insgesamt schon sehr gut geworden und bringt eine kleine Abwechslung in dem gesamten Tracklistbild. Das Video mit der Boygroup-like Tanzeinlage am Ende ist dagegen schon fast ein Muss.

Blutschnee

Kennt der alte Battleholicz User schon in einer alten Version, jetzt noch mal schöner aufgenommen. Sehr geiler, harmonischer Track mit einer schön klingenden Frau in der Hook. Hat einen “Fensterplatz” Gefühl, aber sehr viel besser. Mehr Emotionen werden von Effendi in seinen Raps getragen. Ganz großer Track.

120 Sachen

Im ersten Moment ist man erstmal orientierungslos über das Soundbild und den Track im Allgemeinen. Es wirkt mehr nach Deichkind oder Elektro-Pop. “120 Sachen” sollte aufgrund der Thematik mehr “(1)20 Sachen” heißen. Insgesamt schon sehr witzig, aber auch weniger HipHop – aber die wichtigste Frage bei dem Track lautet wirklich, ob der Effendi etwas unversucht lässt und ab wann er mal bei einem Versuch scheitern könnte.

Steckbrief

Das eigentlich richtige Intro auf dieser Scheibe, auf dem sehr schön und mit passendem Beat die Person Effendi sich vorstellen darf. Leider lässt der dritte Verse von dem Stil ein wenig nach, aber schadet dem Track im Ganzen betrachtet nicht wirklich. Herrlich wie PifD Steckbriefartig den Effendi etwas fragt und er drauf eingeht. Schön mit einem gut-pumpenden HipHop Beat. Top Track.

wir gehen nicht heim

ElektroHipHop schlägt wieder zu. Jetzt mal richtig. Irgendwie ist das ja auch sehr angesagt und sehr beliebt. Warum nicht, auch wenn ich nicht so der große Fan von dem 90iger Jahre Eurodance Revival. Auch wenn es eine schöne Ansage mit Mit-Schrei-Garantie ist, wirkt der Track für mich nicht so geil.

Schlafen

Mein Lieblingstrack auf dem Album. Beat, Hook von einer Frau gesungen, Rap, Stimmung und das Thema sind einfach top on point. Boah… insgesamt eine Gänsehaut Atmosphäre wie ich sie selten bei so einem Paket erleben durfte. Der Einsatz der letzten Hook hätte im Beat anders aufgebaut werden müssen. “Ich bin kaputt, so dass die Logik auf der Strecke bleibt, na klar geht es auch anderen Schlecht, mir fehlt nur grad Gerechtigkeit”… Perfektes Ende eines sehr gelungenem Albums.

outro (Out of Reach)

Elektro-Mukke ohne Rap hätte man auf diesem Album wirklich weglassen können. In der endgültigen Version ist dieser Track dann doch nicht mehr vorhanden, eine gute Entscheidung.

Fazit: 41 Minuten auf 12 Songs verteilt, und das mit dieser lyrischen Qualität machen hieraus wirklich etwas gelungenes. Effendi hat fast keine Kinken in seinen Texten und sein Flow ist so dermaßen routiniert, dass er sowohl langsam als auch schnell und abwechslungsreich performen kann. PifD ist als Feature schon stärker als Effendi aufgetreten, doch es schadet ihm nicht sondern bringt eine gute Abwechslung. Die Hook Features sind genial, genauso wie die meisten Hooks selbst – gehen auch schön ins Ohr. Was dem Albumgenuß stark trübt sind leider die Beats.

Die Beats sind an sich schon sehr gut, doch wirken zum Teil unfertig bzw, es fehlt die Abwechslung / das Arrangement um mehr mit den Vokals zu harmonieren. Dadurch hätte man noch viel mehr rausholen und besser für die Massenkompatiblität produzieren können. Für HipHop Heads lohnt sich das Werk, für die große breite Masse sind einige Lichtblicke vorhanden, aber ohne den Feinschliff fehlt höchstwahrscheinlich das gewisse Etwas. “Schlafen” ist das beste Beispiel. Aus dem letzten Drittel hätte man noch so viel mehr rausholen können.

Effendi, hast Du wirklich gut gemacht. Als dein erstes Werk ist es mehr als gut geworden. Mit der Erfahrung kannst Du Dich nun an etwas ganz großem ranwagen.

Warum schrumpfen unsere Kontakte…

… ich bin wahrlich kein perfekter Mensch, habe eine Menge Macken und vor allem gelte ich bei den meisten als Anstrengend bzw. Nervend. Das liegt zum einen daran, dass ich eine lebhafte Person bin, die einfach nicht die Klappe halten kann und zum anderen, weil ich auf viele zwischenmenschliche Aspekte und Beziehungen achte. Ich versuche jeden zu Achten, als Menschen zu Ehren und jedem den Respekt zu zollen, den dieser Mensch, dieses Individuum verdient hat.

Das bedeutet auch, dass ich Bekannt- und besonders Freundschaften versuche möglichst gut zu pflegen. „Pflegen“: was kann das denn überhaupt heißen. Sich darum kümmern? Verpflichtungen eingehen? Nur mal kurz „Hallo“ sagen? Alles gehört irgendwie dazu.

Zum einen wäre es schön, wenn man sich zwischendurch mal meldet und nicht immer nur dann, wenn es einem schlecht geht oder weil die Person gerade irgendetwas braucht. Klingt heuchlerisch und hinterlässt auch den Eindruck. Ich kann mit den Menschen nichts anfangen, wenn ich nur für die Probleme da sein soll – klar könnte man meinen, dass es eine Ehre wäre, wenn die Person einem in der Not findet, aber was bringt mir das… speziell wenn diese Person dann nicht da ist, wenn ich Sorgen oder Probleme habe? Das ist sehr einseitig und bringt keinem wirklich etwas.

Es bedeutet jetzt nicht, dass man sich jeden Tag melden muss, auch nicht zwingend jeden Monat,… aber wenn sich schon die eine Seite (in dem Fall sogar ich) bei derjenigen Person meldet, dann wäre es schon wünschenswert, wenn man innerhalb der kommenden 4 Wochen eine Rückmeldung bekommt. Wenn man es mal verpennt oder es zu heiß her im eigenen Leben geht, dann habe ich auch dafür meistens noch Verständnis.

Was mich aber dann emotional besonders ärgert ist die Tatsache, dass ich selbst nach dem zweiten, dritten und gar vierten Versuch noch immer keine Antwort oder Zeichen bekommen. Jetzt könnten einige von euch sicherlich denken „Chris, warum versuchst Du es denn überhaupt noch wenn es so deutlich ist, dass die offensichtlich nichts mit Dir zu tun haben“. Und genauso denke ich dann auch. Ich lasse es sein, und laufe dem, was bislang war, nicht mehr hinterher. Diese Personen wollen nichts mit mir zu tun haben.

Ähnlich verhält es sich bei den Menschen, bei denen ich ständig nach einem Treffen frage und dann Absage nach Absage bekomme. Hier ziehe ich mich aus den gleichen Gründen ebenfalls zurück und warte darauf, dass diese Menschen einen Schritt auf mich zu machen. Und die Realität bewies bislang, dass dann gar nichts mehr kommt und ich wieder erfahren durfte, dass der Kontakt nur einseitig herrschte. Teilweise habe ich seit Jahren nichts mehr von den Menschen gehört.

Was auch nicht vergessen werden darf ist, dass man jeden Menschen würdevoll behandeln sollte. Selbst in der jüngeren Vergangenheit haben einige Menschen dies mir gegenüber nicht geschafft und ich habe sie offensiv darauf angesprochen. Es kam anschließend zu einem großen Bruch (evtl. auch nen kleinen Streit) – aber im Nachhinein hat sich gezeigt, dass diese Menschen mich von oben herab im „larifari“ Stil behandelt hatten. Leute, wir sind doch in einem Alter angelangt, an dem man so etwas nicht mehr erklären und lernen muss, eher dieses vernünftige Miteinander  an die nachfolgenden Generationen weiterreichen sollte.

Diese oben erwähnten Punkte werden mit der Generation Facebook wesentlich schlimmer. Da wird kaum noch Achtung vor den Anderen bewahrt sondern einfach nur blöd auf die Tasten gehauen. Jeder Zweite ist von seinem Umfeld genervt, aber nur die Wenigsten schaffen es wirklich andere so zu behandeln, wie sie selbst gerne behandelt werden wollen.

Das man manchmal keine Lust auf Schreiben oder Telefonieren hat, kann ich noch verstehen aber über einen längeren Zeitraum? Ich bitte euch, da solltet Ihr aufhören heuchlerisch zu sein und ehrlich miteinander umgehen – auch wenn es einem manchmal nicht passt. Mit Ehrlichkeit kommt man viel weiter… leider auch nicht wahr – wenn man zu ehrlich ist, verliert man viel zu viel… aber warum ist das denn so?

Woran liegt das überhaupt? Ich vermute mal das hat etwas mit dem Fingerspitzengefühl zu tun. Nicht jedes Mal trifft der Sender die richtigen Worte, um dem Empfänger das schonend aber ehrlich klärend beizubringen. Ich bin schon so dermaßen abgestumpft, dass ich wohl gar kein Fingerspitzengefühl mehr habe sondern es einfach raushaue. Genauso wie diesen Blogeintrag…

Euer (oder auch nicht euer) Chris